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1.100 Energieberatungen in vier Jahren durchgeführt
Auf dem Bildschirm des Hygrometers leuchten zwei Zahlenwerte, 21,50 C und 51% Vol (Volumenprozent). „Hier stimmt die Raumluft", sagt Schornsteinfegermeister Otto Busch beim Pressetermin zum Thema Energieberatungen bei der gewobau. Das Gerät hat er bei seinen Beratungsterminen mit gewobau Mietern immer dabei. "Erst lege ich es nur hin, damit es sich an die Umgebung anpasst. Sobald es dann mit dem Finger berührt wird, steigen die Werte für die Luftfeuchtigkeit an und dann fange ich an zu erklären." Otto Busch und Kollege Uwe Hess zeigen gewobau Mietern in modernisierten Häusern wie man richtig heizt und lüftet gern am praktischen Beispiel. Unser Beratungsangebot findet breites Interesse, betont der stellvertretende Geschäftsführer Torsten Regenstein. Über 90% der angefragten Mieter nehmen das Angebot an.
„Viele Mieter können zunächst gar nicht glauben, dass soviel Feuchtigkeit in der Raumluft ist." Ideale Werte sind 45 bis 55% Vol.", sagt Uwe Hess. Bei einigen werden im Wohnraum aber über 70% Vol. manchmal sogar über 80% Vol. angezeigt. Ausgiebiges Duschen, Kochen, Zimmerpflanzen, auch Aquarien und natürlich der Körper des Menschen selbst, alles gibt Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Und wenn dann nicht richtig gelüftet und zu wenig geheizt wird, schlägt sich die feuchte Luft an den kältesten Raumpunkten nieder. Fenster und Außenwände beschlagen und werden feucht.
Da holen Busch und Kollege Hess dann gerne das digitale Oberflächenthermometer hervor. Ein kleines, aber ebenso beeindruckendes handliches Gerät wie der eingangs erwähnter Hygrometer. Es sendet einen roten Laserpunkt aus, dort wo die Temperatur vor der Wand gemessen wird. Und da gibt es bei den Mietern der gewobau bei den Energieberatungen immer wieder Aha-Erlebnisse. Nämlich wie ausgekühlt Wände sein können, die dann anfällig für Feuchtigkeit werden. „ Es kommt immer wieder vor, dass Heizkörper im Schlafzimmer kalt sind, während sie im Wohnzimmer und Küche auf vollen Touren laufen", erzählt Otto Busch. Die warme Raumluft ist in der Lage Feuchtigkeit zu tragen und gibt beim Abkühlen Luftfeuchte ab.
Otto Busch und Uwe Hess, beide zertifizierte Energieberater, sind seit 4 Jahren für die gewobau im Einsatz, um Mieter der modernisierten Wohngebäude zu beraten. Über 1.100 Energieberatungen haben seit 2008 bis heute durchgeführt. „Die Dämmung unserer Gebäude, verbunden mit dem Einbau bzw. Umbau neuer Heiztechnik, stellen neue Anforderungen an die Nutzer unserer Wohnungen", sagt der Leiter der Abteilung Technik-Bau, Prokurist Alfred Friedmann. „Vieles was früher richtig und nützlich beim Wohnen war, zum Beispiel das Auf- und Zudrehen von Ventilen an der Heizung je nach Bedarf, ist heute falsch und kann das Gegenteil bewirken", weiß der Fachmann. „Offene Feuerstellen wie die früheren Festbrennstofföfen (Holz und Kohle) verbrauchten Sauerstoff aus der Raumluft und führten zugleich Luftfeuchtigkeit ab", ergänzt Otto Busch. Bis zu 60 Volumenprozent Feuchtigkeit konnte ein solcher Ofen aus der Raumluft abführen.
Heutige Gasheizungen, mit modernen Brennwertkesseln betrieben, verlangen da ein eingespieltes, aufeinander abgestimmtes Heizverhalten. „Sie kommen mit deutlich geringerer Vorlauftemperatur bei gleicher Wärmewirkung aus, da sie die eingesetzte Energie effizienter nutzen", so Friedmann. Auch hier erklären die Energieberater den Mietern den Unterschied am praktischen Beispiel. Früher konnte man den voll aufgedrehten Heizkörper kaum anfassen, weil das Heizwasser so heiß war. Da half zur Regulierung der Raumwärme das Zurückdrehen des Heizventils.
Der Heizkörper heute kommt mit weit weniger heißem Wasser aus, dafür muss der Durchfluss am Heizkörper aber offen bleiben. Dies bedeutet, das Ventil mindestens auf den mittleren Wert 3 stellen. Außerdem hält die moderne Hausdämmung nun die Wärme in der Wohnung. Das zeigt Uwe Hess mit der Wärmebildkamera. Hier wird beim Vorführen schnell deutlich, wo Wärme ist und wohin sie verschwindet.
Bei der modernen verdichteten Bauweise mit Dämmung, abgedichteten, fachgerecht eingebauten Schall- und Wärmeschutzfenstern ist ein Entweichen der Raumluft kaum noch möglich. Der Luftaustausch muss nun mechanisch erfolgen, dies bedeutet richtig Lüften. Gekippte Fenster sehen die Schornsteinfeger da gar nicht gerne. Das kann verbrauchte Raumluft mit aller Feuchtigkeit nicht richtig hinausgebracht werden. Außerdem kühlt die Außenwandbereich dort aus. Das richtige Rezept ist Stoß- und Querlüften zwei – drei Mal am Tag für 5 Minuten.
Bei der Energieberatung ist für den Einen oder Anderen auch immer etwas Neues dabei. Etwa, dass man die modernen Heizungen nachts im Schlafzimmer nicht zudrehen muss. „Das macht ihre Heizung durch die Nachtabsenkung automatisch für Sie", erklären Busch und Hess dann den Mietern. Und sie geben, wenn gewünscht auch noch Stromspartipps zu Energiesparleuchten oder Geräten. Die Energieberatung wird auch im neuen Jahr weitergeführt.
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