Kunstwerk „Erinnern und Vergessen“
Das Kunstwerk „Erinnern und Vergessen“ der Wendemaler Rüsselsheim aus dem Jahre 1993 an der Straßenecke Käthe-Kollwitz-Straße/Ernst-Barlach-Straße zeigt eine moderne Adaption von Kunstwerken beider Maler, die im Leben einander sehr verbunden waren.

Auf zwei einander gegenüber stehenden transparenten Kunststoffplatten, die auf einer Rahmenkonstruktion angebracht sind, sind als Motive das Güstrower Ehrenmal „Der Schwebende“ aus dem Jahre 1927 von Ernst Barlach, dessen Kopf die Züge von Käthe Kollwitz trägt, und das Relief „Die Klage. Selbstbildnis um den Tod Barlachs klagend“, 1938/39 von Käthe Kollwitz zusehen. Die Motive sind auf den Kunststoffplatten eingeritzt und werfen bei idealem Sonnenstand und teilweis euch bei Straßenbeleuchtung einen Schatten auf die jeweilige fensterlose Fassadenwand der Wohngrebäude Käthe-Kollwitz-Str. 42.
Die Wendemaler Rüsselsheim
"Die beeindruckenden Werke dieser Künstler, die auch heute noch nachdenklich stimmen und ihren aktuellen Bezug nicht verloren haben, möchten wir wie verblasste Erinnerungen wieder zum Leben erwecken.", schrieben die Wendemaler, eine Rüsselsheimer Künstlergruppe mit Uwe Wenzel und Martin Kirchberger in ihrer Einladung zum "Einweihungs-Frühschoppen" vom 16. Oktober 1993.
Die Künstlergruppe Wendemaler, enstand in den 1980er Jahren in Rüsselsheim. Die Hauptakteure waren Martin Kirchberger (1960–1991) und Uwe Wenzel, deren großformatige, oft gesellschaftskritischen Wandgemälden wie z.B. den „Adam Opel Personalausweis“ an der Südfassade eines städtischen Gebäudes in der Mainstraße in Rüsselsheim oder der "Lamellenwand"-ähnlichen Darstellung des historisichen Straßenzuges Frankfurter Straße am früheren Karstadtgebäude in Rüsselsheim viele Jahre im Stadtbild zu sehen waren.

Die Künstlergruppe Wendemaler mit Martin Kirchberger und Uwe Wenzel, Quelle: Stadtarchiv Rüsselsheim Slg. Keber
Käthe Kollwitz (1867 – 1945), deutsche Malerin, Bildhauerin und Grafikerin und Ernst Barlach (1870-1938), deutscher Bildhauer, Zeichner, und Schriftsteller Vertreter des Expressionismus, beide des 20. Jahrhunderts waren befreundet und nahmen zeitlebens in ihren Arbeiten Bezug aufeinander.
Das Kunstwerk erinnert an beide Künstler, die namensgebend für die angrenzenden Straßen dieses Gebäudes waren.

Käthe Kollwitz, um 1920, Fotograf unbek., Reproabzug, Nachlass Kollwitz, Käthe Kollwitz Museum Köln, Archiv, Inv.-Nr. F-01.a-12., www.kollwitz.de

Ernst Barlach an seiner Holzskulptur „Mutter und Kind“ (1935), Güstrow 1935
© Ernst Barlach Stiftung Güstrow, Foto: Berthold Kegebein, www.barlach-museen.de