gewobau Rüsselsheim holt den Hessischen Staatspreis für Architektur und Städtebau erneut nach Rüsselsheim

Ansicht Teilbereich Hessenring 16-38
Wohnprojekt Hessenring 16–38 überzeugt die Jury – Auszeichnung für innovative Quartiersentwicklung, nachhaltige Modernisierung und die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum
Erneuter Erfolg für die gewobau Rüsselsheim: Das Wohnprojekt Hessenring 16–38 wurde am 20. Oktober 2026 mit dem Staatspreis für Architektur und Städtebau – Vorbildliche Bauten im Land Hessen ausgezeichnet.
Als Bauherrin realisierte die gewobau Rüsselsheim gemeinsam mit dem Frankfurter Architekturbüro FFM-ARCHITEKTEN TOVAR + TOVAR PartGmbB und dem Büro Hofmann – Röttgen Landschaftsarchitekten BDLA ein anspruchsvolles Modernisierungs- und Neubauprojekt, das die Jury durch die qualitätsvolle Weiterentwicklung eines bestehenden Wohnquartiers überzeugte. Damit holt die gewobau den renommierten Architekturpreis nach 2020 erneut nach Rüsselsheim. Bereits mit dem Projekt „Wohnen am Verna-Park“ war das Unternehmen damals ausgezeichnet worden.

Fotos: v.l.n.r: Hendrik und Cilia Tovar, FFM-ARCHITEKTEN TOVAR + TOVAR, Thomas Steininger und Joshua Hensel, gewobau Rüsselsheim und die Urkunde zur Auszeichnung
124 Wohnungen durch kluge Weiterentwicklung des Bestands
Mit dem Projekt Hessenring 16–38 hat die gewobau ein Wohnquartier aus den 1960er-Jahren grundlegend weiterentwickelt. Statt die vorhandenen Gebäude abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen, setzte das Unternehmen auf den Erhalt und die umfassende Modernisierung der bestehenden Bausubstanz. Diese wurde durch zusätzliche Geschosse in Holzbauweise und ergänzende Neubauten maßvoll ergänzt.
Im Zuge der in zwei Bauabschnitten umgesetzten Maßnahmen wurden vier bestehende Gebäuderiegel umfassend modernisiert und jeweils um eine Etage aufgestockt. Ergänzt wurde die Wohnanlage durch vier sogenannte Satellitengebäude sowie ein freistehendes Punkthaus. So entstanden insgesamt 124 Wohnungen, darunter 72 modernisierte Bestandswohnungen und 52 zusätzliche Wohnungen. 54 Wohnungen sind öffentlich gefördert.
Die Planung verbindet die Quartierentwicklung des Grundstücks mit dem Erhalt des wertvollen Baumbestands. Die neuen Baukörper wurden so angeordnet, dass vorhandene Freiräume und Grünstrukturen weitgehend erhalten bleiben und zugleich zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden konnte. Die neue Gestaltung der Fassaden verleiht dem Quartier ein eigenständiges architektonisches Erscheinungsbild.
„Der Hessenring ist ein Beispiel dafür, wie wir mit einer durchdachten Planung mehr aus einem bestehenden Quartier machen können. Wir erhalten bewährte Bausubstanz, schaffen zusätzlichen barrierefreien Wohnraum und verbessern gleichzeitig die Wohnqualität und die energetische Bilanz. Entscheidend ist, dass Architektur hier nicht Selbstzweck ist, sondern zusammen mit der Qualifizierung der Außenanlagen einen konkreten Mehrwert für die Bewohner und das gesamte Quartier schafft“, sagt Thomas Steininger, Prokurist der gewobau und Leiter der Technischen Abteilung Bauen.
Nachhaltigkeit als Leitgedanke
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die energetische Ertüchtigung des Gebäudebestands. Die Außenhüllen, Kellerdecken und Dachbereiche wurden gedämmt und die Heiztechnik durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ergänzt. Photovoltaikanlagen und begrünte Dächer der Neubauten tragen ebenfalls zum nachhaltigen Gesamtkonzept bei.
Durch die Modernisierung konnten die CO₂-Emissionen gegenüber dem ursprünglichen Zustand um rund 69 Prozent gesenkt werden. Für die Neubauten wurde der KfW-Effizienzhausstandard 55 erreicht; die energetische Sanierung des Bestands wurde auf den Effizienzhausstandard 85 ausgerichtet.
Auch die soziale und funktionale Qualität der Wohnanlage wurde verbessert. Aufzüge an den Satellitengebäuden ermöglichen die barrierefreie Erschließung der neuen Gebäude sowie von Teilen des Bestands und der Dachaufstockungen. Modernisierte Bäder, neue Installationen und zusätzliche Vorstellbalkone erhöhen den Wohnkomfort. Auch die umfangreichen Außenanlagen wurden neu gestaltet: Spielplätze, Fahrradabstellmöglichkeiten und Stellplätze ergänzen das Gesamtkonzept. Die Freiräume bieten eine moderne, zeitgemäße Aufenthaltsqualität und stärken die Attraktivität des Quartiers als Lebensraum.
Mit freifinanzierten und öffentlich geförderten Wohnungen ist am Hessenring ein sozial gemischtes Quartier entstanden. Diese Mischung eröffnet Menschen mit unterschiedlichen finanziellen Voraussetzungen Wohnraum im selben Quartier und unterstützt Begegnung, Zusammenhalt und soziale Integration.
„Ein lebendiges Quartier entsteht nicht allein durch gute Wohnungen, sondern auch durch attraktive Freiräume und ein Miteinander, das Menschen mit unterschiedlichen Lebenssituationen zusammenbringt. Mit der Neugestaltung der umfangreichen Außenanlagen haben wir moderne Aufenthaltsbereiche geschaffen. Gleichzeitig verbindet der Hessenring freifinanzierte und geförderte Wohnungen zu einem sozial gemischten Quartier. Das ist ein wichtiger Beitrag zu mehr Begegnung, Zusammenhalt und sozialer Integration“, sagt Torsten Regenstein, Geschäftsführer der gewobau Rüsselsheim.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie die Weiterentwicklung bestehender Wohnquartiere mehrere Ziele zugleich erreichen kann: die Schaffung zusätzlichen Wohnraums, die Schonung von Ressourcen durch den Erhalt vorhandener Gebäude, die Reduzierung von Energieverbräuchen sowie die Verbesserung der Lebensqualität für die Bewohner.
Als sinnbildliches Beispiel für die zahlreichen Reihenhaussiedlungen der 1960er Jahre verdeutlicht es zugleich das Entwicklungspotenzial dieser Siedlungsstruktur. Über den unmittelbaren Projektkontext hinaus besitzt das Vorhaben daher einen hohen Vorbildcharakter und kann als Blaupause für die Quartiersentwicklung vergleichbarer Siedlungen dienen.
Gemeinsame Leistung von Bauherrschaft und Architektur
Die architektonische Planung des Projekts erfolgte durch das Frankfurter Büro FFM-ARCHITEKTEN TOVAR + TOVAR PartGmbB. Für die gewobau begleitete Projektleiter Joshua Hensel die Umsetzung des anspruchsvollen Bauvorhabens.
Die Auszeichnung würdigt damit auch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Bauherrschaft, Projektleitung sowie den beteiligten Architekten und Fachplaner.
Mit Gesamtinvestitionen von rund 28,5 Millionen Euro wurde das Projekt in den Jahren 2022 bis 2025 in zwei Bauabschnitten realisiert.
Erneute Anerkennung für die Bauqualität der gewobau
Der Staatspreis reiht sich in eine Serie von Auszeichnungen für den Hessenring ein. Das Projekt erhielt bereits 2023 den Zukunftspreis des Großen Frankfurter Bogens und 2024 den Hessischen Preis für Innovation und Gemeinsinn im Wohnungsbau. Zudem wurde es für den Deutschen Bauherrenpreis 2026 nominiert.
Der Staatspreis für Architektur und Städtebau wird alle 3 Jahre vom Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium der Finanzen, gemeinsam mit der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen ausgelobt. Im Jahr 2026 stand der Wettbewerb unter dem Motto „Zwischen-Raum-Stadt-Land“. Im Mittelpunkt standen Projekte, die den baulich-räumlichen Zusammenhalt stärken, nachhaltige Lösungen bieten und einen Beitrag zu zukunftsfähigen Lebensräumen leisten.
Für die gewobau ist die erneute Auszeichnung ein wichtiges Signal: Gute Architektur und eine verantwortungsvolle Wohnungsbaupolitik gehören zusammen. Mit dem Hessenring 16–38 zeigt das Wohnungsbauunternehmen, dass die behutsame Weiterentwicklung vorhandener Quartiere eine überzeugende Antwort auf den Bedarf an zusätzlichem Wohnraum und auf die Anforderungen nachhaltiger Stadtentwicklung sein kann.

